Zwei Seiten der digitalen Welt

Das Thema der 10. Rosenheimer Tür- und Tortage lautete "Intelligente Türen und Tore – sicher, smart und simpel".  

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Gut gefüllte Reihen waren sichtbares Zeichen, dass die Themenwahl passte. (Foto: © FASSADE)

"Produkte werden zunehmend automatisch angetrieben und mit smarten Funktionen ausgestattet", so Dr. Jochen Peichl, Geschäftsführer des veranstaltenden ift Rosenheim. "Das birgt aber auch Gefahren. Wir wollen die beiden Seiten der digitalen Welt beleuchten." Knapp 300 Teilnehmer wollte in Rosenheim mehr dazu erfahren.

Smarte Technik vereinheitlichen

Professor Julian Nida-Rümelin betrachtete das Thema sogar von der philosophischen Seite. Doch unabhängig aller ethischen und philosophischen Ansätze stellte auch er fest, dass "Digitalisierung in den Zentren der Produktivität eingesetzt werden muss."
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Einen Überblick über die aktuellen Themen rund um Tür und Tor lieferten Christian Kehrer und Ingo Leuschner. Die beiden Mitarbeiter des ift konnten nur bestätigen, dass "die Nachfrage nach smarten Bauelementen vorhanden ist."

Das erfordere seitens der Hersteller aber auch, dass Wartung und Updates über die Nutzungsdauer für solche smarten Bauelemente zur Verfügung stehen. Ebenso plädierten sie für den Ansatz, die smarte Technik zu vereinheitlichen, sprich "einheitliche Schnittstellen zwischen den Gewerken einzurichten. Dadurch wird auch der Aufwand geringer", so Leuschner.

Die Form entscheidet

Sie konnten auch von einem spannenden Forschungsprojekt zum Thema Barrierefreiheit berichten. Das Resultat: Es kommt nicht auf die Größe oder Höhe der Schwele an, sondern die Form entscheidet, ob es eine unüberwindliche Hürde zum Beispiel für Rollstuhlfahrer ist.

Handwerk"Selbst wenn Sie dagegen sind, sollte man sich mit dem Thema befassen, um den Kunden Antworten geben zu können", mahnte Professor Michael Krödel das Auditorium, sich mit Smart Building und dem Internet of Things (IoT) zu beschäftigen. Neben dem Thema Sicherheit sei insbesondere der Komfort-Aspekt relevant. Als Beispiel nannte er das Lüften, das nicht nur Feuchtigkeitsschäden verhindern kann, sondern auch die Luftqualität zum Atmen berücksichtigen kann.

"Ein Lüfter, der auf die Luftqualität reagiert, kann auch die Lüftung anwerfen oder das Fenster öffnen." Neben diesem Komfort sei die Energieeffizient, die durch Automation beispielsweise durch bedarfsgeführten Anlagenbetrieb erzielbar sei, ein weiteres Argument, Kunden von smarten Produkten zu überzeugen. "Die Automation soll eine Art hilfreicher Geist sein, der nützlich im Haus agiert", so Professor Krödel.

Besuch im Technologiezentrum des ift

Neben vielen weiteren Themen stand auch der Besuch im Technologiezentrum des ift an, das vor zwei Jahren im Rahmen der 9. Rosenheimer Tür- und Tortage eröffnet wurde. Nun im vollen Betrieb bot sich die Gelegenheit, die Prüfstände genauer unter die Lupe zu nehmen.

Extra angesetzt worden war die T30-Prüfung einer Fassade, der die Besucher neugierig beiwohnten. Auch einen Blick in die noch recht leeren UL-Prüfhallen direkt nebenan warfen die Teilnehmer. "Das ist keine Übernahme, sondern eine partnerschaftliche Ergänzung", betonte Peichl, um jeglichen Gerüchten oder Spekulationen entgegen zu treten.

"Die Zusammenarbeit bietet den Kunden die Gelegenheit, komfortabel einen durchgängigen Prozess zu durchlaufen, um Tests nicht nur für Deutschland und Europa, sondern auch bei einem Partner, dessen Schwerpunkt insbesondere in Nordamerika liegt. Wir betrachten das als umfangreichen Kundenservice."

www.ift-rosenheim.de

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